Beobachtungen IV: Die Crazy Kids und das Grauen

Morgends in der Straßenbahn. Vier junge Frauen, Handy auf laut: (Vielleicht nicht der selbe Mix, aber ist ja auch egal. Jedenfalls

Gesprochen wird von irgendeinem Typen den sie irgendwo kennengelernt hatten, der ihnen wohl auf die Nerven ging.

B: „Warum kennen wir den überhaupt“
A: „Weil wir so Todesbesoffen waren“
C: (Niesst)
A: „Gesundheit“
D: „Fresse!“

Es folgt ein Themawechsel. Schön. Wenigstens war es nicht so, dass ihre Sprache nur mir selbst ein Rätsel war.

A:“Ich würde André des Grauen“
B:“Was?“
A:“Ich würde André des Grauen“
B“Was meinst du damit?!“
A“Er ist voll geil!“

Beobachtungen III: Kinderparty

Eine Mädchenbande in der Fußgängerzone. Alle vielleicht so 12.
Eine so: „Sekt geht ja direkt ins Blut. Darum war ich auch so schnell müde.“

Tschabos wissen

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Immer noch korrekt.

Weißt du?

Liebe und Beruf unter einem Hut – Deutsche Markenmutter pt.2

Vielleicht ist der „stattlich sportliche Mann, 181 cm“ mittlerweile ein Jahr älter geworden. Immer noch sucht er allerdings die Frau “, die auch einen größeren Altersunterschied akzeptiert“ für sein „internationales Produktions-Unternehmen mit starkem Wachstum“. Sein Unternehmen will er nämlich nicht nur mit „der richtigen Portion Schmetterlingen im Bauch“ sondern auch mit einer „unternehmerisch starken Frau untermauern“.

Was sagt die innere Stimme jetzt? Scheinbar hat sie geschwiegen als der „stattlich sportliche Mann“ einige Wochen zuvor und noch ein Jahr jünger die Frau suchte zwecks Unternehmensnachfolge. Was also hieß, dass „die Kinder im Sinne der Unternehmensnachfolge“ erzogen werden sollten. Die Kinder, die ja noch gar nicht auf der Welt sind, ganz einfach weil der stattlich sportliche Mann, 181 cm die Frau ja noch gar nicht hat. Die er aber suchte zur „Gründung einer Familie“ und die sollte „hübsch, jung, ohne Anhang, gut erzogen und gebildet sein“ um dieser Aufgabe zu entsprechen. Gebildet, insofern, dass sie sich auch als „Mit-Führungskraft“ verstehen kann um dann in das Unternehmen „hinein zu wachsen“ und das Unternehmer an die gezeugten Kartoffelsetzlinge übergeben zu können.

Den Weg über die Mutter hat sich der stattlich sportliche Unternehmenspatriarch nun also gespart und sucht gleich nach der Frau, die auf Karriere aus ist und große Hüte trägt unter denen sie Platz für Beruf und „Liebe“ hat.
Oder hat er den Hut auf? Und darunter viel Platz für, einen Mann stattlich, sportlich, schlank, geschieden, 181 cm, großes Wachstum; eine Frau, stark, jung, hübsch, ohne Anhang, gut erzogen, und gebildet; Kinder, die im Sinne der Unternehmensnachfolge erzogen werden: sexualfeindlich, diszipliniert, soziophob, aber gebildet; Biken, Gebirgswandern und Ski.

Was sagt die innere Stimme?

Hat er die Frau gefunden, die das Unternehmen retten konnte?

Spannung…

hallokfrau

Meine Ohnmacht ganz allein

Eine Uniformierte vom Bahnsicherheitsdienst und ein Bürger unterhalten sich in der S-Bahn.
„Ein Team ist ja zu wenig um alles sauber zu halten“ sagt sie. Er stimmt ihr zu. Sie weiter „das bräuchte mindestens zwei, vorne und hinten und am Besten aber noch eines das oben durchgeht und eins unten. Ansonsten schmeißt du sie vorne raus, gehen sie hinten wieder rein.“

Manchmal möchte man Leute dafür verantwortlich machen was sie für einen Scheiß denken und auch von sich geben. Aber mit der Verantwortung ist das so eine Sache. Keine Gewalt, die man da vernünftiger Weise anrufen möchte.

Dann bekommt mans aber nicht mal hin sie böse anzuschauen noch anzusprechen. Steigt man aus, wünscht man sich sie würde bei der nächsten Kontrolle heftig auf die Fresse kriegen – und der Typ, der sich als Hilfsbulle anbiedern könnte, gleich mit. Das macht man, oder phantasiert sich noch mal in die gleiche Situation hinein, in der man das gleich selbst erledigt – als ob Gewalt dann die Folge einer Einsicht hat. Vielleicht ist das auch nur Folge des eigenen Ärgers darauf, dass man ja einfach was hätte sagen können – und aus der im Verkehr gewöhnlichen Vereinzelung hätte heraustreten können. Mit einem hässlichen Wort, oder der ungläubigen Frage – ob man sich hier wirklich über Menschen, wie über Dinge, dreckige Dinge unterhalte – zu irritieren. An die Kraft dieser Irritation glaubt man aber auch nicht so recht.