Archiv der Kategorie 'noch alle maultaschen in der pfanne?'

Frankfurt im Mai… – Kriegszustand!


du sitzt vorm radio
was musst du hören
der innenminister hat
den kriegszustand erklärt
kannst es nicht fassen
kannst nicht mehr denken
der bahnverkehr ist eingestellt
du bist gefangen

Kritische Geograph_innen – schweigend gegen Israel!?

„Ich möchte jetzt keine Stellung beziehen zu dem Apartheid-System in Israel…“
Roger Keil im Wortlaut, 29.06.2011, Vortrag am Institut fuer Humangeographie mit dem Titel ‚Rolling with neoliberalism in the global suburbs‘

Wie bitte? ‚Keine Stellung beziehen‘ aber von ‚Apartheid‘ in Israel sprechen? Da hat er wohl antizionistische Selbstverständnisse bei den deutschen Geograph_innen vorausgesetzt. Soweit mir bekannt, ist das auch aufgegangen. Zumindest habe es als Reaktion nicht mehr als betretenes Schweigen gegeben.
*würg

adorno im kino

Ich bin mal wieder ins Kino. Unter dir die Stadt wollte ich mir lange schon ansehen. Ich nutzte die Gelegenheit meiner Anwesenheit in einer beschaulichen Ökospiesser*innen Student*innen- und Exstudent*innenstadt und besuchte die Spätvorstellung in einem kleinen alternativen Kino. Irritiert fand ich mich dort erst einmal in einer Konzertveranstaltung wieder, die mich ein wenig an Solidaritätsveranstaltungen für latein und südamerikanische Sektionen der antisemitischen Internationalen, erinnerte. Woran das wohl lag?
Ich kaufte mir ein kleines Bier der hiesigen Staatsbrauerei und blätterte im Programmheft, in dem mir der*die Schreiberling des Hauses erzählen wollte Hochhäuslers Film eigne sich bestens dafür, sich die Weltsicht links-alternativer Spiesser*innen und Kaderlingen der hiesigen Solidaritätsgruppen des lateinamerikanischen Antikapitalismusgedöns, auch einmal von einem gelernten Architekten und Filmemacher bestätigen zu lassen:

unter

Quelle: arsenalkinos

Ja, Überraschung. Der Film hält nicht was sich der*die gemeine Antikapitalist*in von einem Film über „Banker“ verspricht. Das gerade zeichnet ihn aus. Die Darstellung des Betriebes in den Frankfurter Hochhäusern ist abstrakt gehalten, dessen reale Konsequenzen, die sich ausserhalb in der Welt abspielen, Konkurs, Massenentlassungen und Tränen am heimeligen Familientisch werden den Bankangestellten im Film nicht entgegengehalten. Und so lässt sich das Verhalten der Hauptfigur, dem Banker des Jahres Roland Cordes nur schwer als Folge eines bewusst gewordenen unmoralischen Tuns begreifen. Cordes Verhalten lässt sich vielleicht begreifen als das Aufscheinen einer Einsicht, dass das alltägliche Leben mit dem was man sucht und braucht – ohne einen Begriff davon zu haben was es ist – nichts zu tun hat und man den ganzen Tag mit nichts anderem beschäftigt ist als sich kaputt zu machen. Sein Vorgehen erscheint, von der eigenen Verzweiflung angetrieben zugleich wahllos und spontan, dabei aber routiniert und ohne Spuren von Zweifel. Er erfindet sich eine Lebensgeschichte, versucht mit ausgeborgten Lebensweisheiten, darüber zu berichten was es heißt ehrlich über sich zu sein und merkt dennoch dabei wie er scheitert, dass er selbst eigentlich gar nicht an einen Erfolg seiner Sache glauben kann. Sinngemäß ruft er einmal Svenja hinterher: „Was wenn ich dir sage, dass ich mit dem Rauchen aufhöre…auch wenn ich nie ein besonders starker Raucher gewesen bin.“

Das eigentliche Überraschende im Film ist schliesslich, dass es – ohne dass dem ein von Zweifeln und Gewissensbissen geplagter Cordes vorausgeht – es schliesslich zu einem Bruch kommt. Als wäre das ganze vorherige Geschehen nur Traum – verhexter Zustand – bricht ein neuer Morgen an.
Ich musste dabei an den Aufbau von Aufsätzen von Adorno denken.

Bei Hochhäusler versprechen die letzten Bilder des Films Versöhnung. Die bricht jedoch ab, es folgt eine verstörende, endzeitliche Situation: – „Es geht los“
Schlussendlich bleiben die Protagonist*innen des Films – ganz gleich dem Subjekt, einer gegenwärtig sehr bekannten Revolutionsfibel der europäischen autonomen Linken – nur Zuschauer*innen eines Geschehens, das sich vor ihren Fenstern abspielt und auf das sie selbst keinen eigenmächtigen Zugriff haben.

wahnmal

mahnmal

Quelle: tagblatt.de

Als konstruktives Signal für weitere, wirkliche Kämpfe um die Nutzung freiwerdender Flächen im Stuttgarter Talkessel schlagen wir vor, „die Bäume die uns der König zum Geschenk gemacht hat“ zu guillotinieren. Zusätzlich wäre vorzuschlagen, den Park einzuebnen und an dessen Stelle ein großes Aussengehege für die Pinguine der Wilhelma einzurichten.